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STEUERTIPPS FÜR ALLE STEUERPFLICHTIGEN

1. SONDERAUSGABEN NOCH 2022 BEZAHLEN

1.1 Nachkauf von Pensionsversicherungszeiten und freiwillige Weiterversicherung in der Pensionsversicherung

Ohne Höchstbetragsbegrenzung, unabhängig vom Einkommen und neben dem „Sonderausgabentopf“ sind etwa Nachkäufe von Pensionsversicherungszeiten (Kauf von Schul- und Studienzeiten) und freiwillige Weiterversicherungsbeiträge in der Pensionsversicherung absetzbar. Einmalzahlungen können auf Antrag auf 10 Jahre verteilt als Sonderausgabe abgesetzt werden.

1.2 Renten, Steuerberatungskosten und Kirchenbeitrag

Unbeschränkt absetzbare Sonderausgaben sind weiterhin bestimmte Renten (z.B. Kaufpreisrenten nach Ablauf bestimmter steuerlicher Fristen, vom Erben zu bezahlende Rentenlegate) sowie Steuerberatungskosten. Kirchenbeiträge (auch wenn sie an vergleichbare Religionsgesellschaften in der EU/EWR bezahlt werden) sind mit einem jährlichen Höchstbetrag von € 400 begrenzt.

1.3 Spenden als Sonderausgaben

Folgende Spenden können steuerlich als Sonderausgaben/Betriebsausgaben abgesetzt werden:

  • Spenden für Forschungsaufgaben oder der Erwachsenenbildung dienende Lehraufgaben an bestimmte Einrichtungen sowie Spenden an bestimmte im Gesetz taxativ aufgezählte Organisationen, wie z.B. Museen, Bundesdenkmalamt und Behindertensportdachverbände.
  • Spenden für mildtätige Zwecke, für die Bekämpfung von Armut und Not in Entwicklungsländern und für die Hilfestellung in nationalen und internationalen Katastrophenfällen.
  • Spenden an Organisationen, die sich dem Umwelt-, Natur- und Artenschutz widmen, Tierheime, freiwillige Feuerwehren, Landesfeuerwehrverbände und die Internationale Anti-Korruptions-Akademie (IACA), allgemein zugängliche Präsentation von Kunstwerken etc.

Die meisten begünstigten Spendenempfänger müssen sich beim Finanzamt registrieren lassen und werden auf der Homepage des BMF (http://www.bmf.gv.at/service/ allg/spenden/) veröffentlicht. Bestimmte österreichische Museen, das Bundesdenkmalamt, Universitäten und ähnliche Institutionen sowie die freiwilligen Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände sind von der Registrierung ausgenommen. Die Spenden an alle begünstigten Spendenempfänger sind innerhalb folgender Grenzen absetzbar:

  • Als Betriebsausgaben können Spenden bis zu 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres abgezogen werden.
  • Als Sonderausgaben absetzbare private Spenden sind mit 10% des aktuellen Jahreseinkommens begrenzt, wobei schon abgezogene betriebliche Spenden auf diese Grenze angerechnet werden.

HINWEIS: Spenden, Kirchenbeiträge oder Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung oder für den Nachkauf von Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung werden für das Jahr 2022 nur mehr auf Grund der elektronisch übermittelten Daten der Empfängerorganisationen bei Ihrer (Arbeitnehmer) Veranlagung berücksichtigt.

1.4 Öko-Sonderausgabenpauschale

Im Zuge der ökosozialen Steuerreform wurde ein neuer Sonderausgabentatbestand ab dem Jahr 2022 eingeführt. Neben den Ausgaben für die thermische Sanierung von Gebäuden ist auch der Ersatz von fossilen durch klimafreundlichere Heizsystemen begünstigt.

Wurden Kosten für die thermische Sanierung von € 4.000 bzw € 2.000 bei Heizkesseltausch (nach Abzug aller Förderungen) überschritten, so steht im Jahr 2022 das Öko-Sonderausgabenpauschale von € 800 bzw € 400 zu. Die restlichen Aufwendungen werden auf die kommenden 4 Jahre aufgeteilt. Dieses spezielle Sonderausgabenpauschale kann im Jahr 2022 allerdings nur dann geltend gemacht werden, wenn der zu Grunde liegende Förderantrag noch im Jahr 2022 eingebracht wird.

2. SPENDEN VON PRIVATSTIFTUNGEN

Spendenfreudige Privatstiftungen können für die vorstehend genannten begünstigten Spendenempfänger auch KEStfrei aus dem Stiftungsvermögen spenden. Für diese Spenden muss auch keine Begünstigtenmeldung nach § 5 PSG abgegeben werden.

ACHTUNG: Als Stiftungsvorstand sollten Sie aber zuerst eruieren, ob die Stiftungsurkunden Sie überhaupt zu Spenden ermächtigen!

3. AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN NOCH 2022 BEZAHLEN

Voraussetzung für die Anerkennung von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung ist, dass nachweislich eine Krankheit vorliegt, die durch die Behandlung eine Linderung oder Heilung erfährt. Zu den abzugsfähigen Kosten zählen Kosten für Arzt, Medikamente, Spital, Betreuung, Ausgaben für Zahnbehandlungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte und Aufwendungen für Heilbehelfe wie Zahnersatz, Sehbehelfe einschließlich Laserbehandlung zur Verbesserung der Sehfähigkeit, Hörgeräte, Prothesen, Gehhilfen und Bruchbänder. Steuerwirksam werden solche Ausgaben erst dann, wenn sie insgesamt einen vom Einkommen und Familienstand abhängigen Selbstbehalt (der maximal 12% des Einkommens beträgt) übersteigen.

TIPP

Bestimmte außergewöhnliche Belastungen (z.B. Behinderungen, Katastrophenschäden, Kosten der auswärtigen Berufsausbildung der Kinder) sind ohne Kürzung um einen Selbstbehalt absetzbar. Bedingt durch das vermehrte Auftreten von Unwettern im Jahr 2022 sind außergewöhnliche Belastungen im Zusammenhang mit Katastrophenschäden besonders zu beachten. Zu Katastrophenschäden zählen Kosten für die Beseitigung unmittelbarer Katastrophenschäden, die Kosten für Reparatur und Sanierung von beschädigten Gegenständen sowie Kosten für die Ersatzbeschaffung zerstörter Gegenstände.

HINWEIS: Krankheitskosten sind grundsätzlich von der erkrankten Person selbst zu tragen, wobei der erkrankten Person ein steuerfreies Existenzminimum von € 11.000 bleiben muss. Daher können Krankheitskosten vom (Ehe-)Partner übernommen und abgesetzt werden, wenn ohne Übernahme der Kosten das Einkommen des erkrankten (Ehe-)Partners unter das steuerliche Existenzminimum fallen würde.

4. WERTPAPIERVERLUSTE REALISIEREN

Für Gewinne von Verkäufen von sogenanntem „Neuvermögen“ im Jahr 2022 fällt die Wertpapiergewinnsteuer von 27,5% an. Zum „Neuvermögen“ zählen alle seit dem 1.1.2011 erworbenen Aktien und Investmentfonds sowie alle anderen ab dem 1.4.2012 entgeltlich erworbenen Kapitalanlagen (insbesondere Anleihen, Derivate). Seit dem Jahr 2022 zählen auch erworbene Kryptowährungen, die nach dem 31.3.2021 erworben wurden, zum „Neuvermögen“ und sind Erträgnisse daraus mit jenen von anderen Kapitalanlagen verrechenbar.

TIPP

Verluste aus der Veräußerung dieser dem „Neuvermögen“ zuzurechnenden Kapitalanlagen können nicht nur mit Veräußerungsgewinnen, sondern auch mit Dividenden und Zinsen aus Anleihen (nicht jedoch mit z.B. Sparbuchzinsen) ausgeglichen werden.

HINWEIS: Wenn Sie bei verschiedenen Banken Wertpapierdepots oder z.B. mit Ihrer Ehefrau ein Gemeinschaftsdepot haben, müssen Sie Bescheinigungen über den Verlustausgleich anfordern. Im Rahmen der Steuererklärungen können Sie dann eventuell bei einem Wertpapierdepot nicht verwertete Verluste mit den Einkünften aus dem anderen Wertpapierdepot ausgleichen.

5. PRÄMIE FÜR ZUKUNFTSVORSORGE UND BAUSPAREN AUCH 2022 LUKRIEREN

Wer in die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge heuer noch mindestens € 3.123,04 investiert, erhält die mögliche Höchstprämie für 2022 von € 132,73. Jene Personen, die bereits die gesetzliche Alterspension beziehen, sind von der Förderung ausgenommen. Als Bausparprämie kann unverändert für den maximal geförderten Einzahlungsbetrag von € 1.200 pro Jahr noch ein Betrag von € 18 lukriert werden.

 

WINNER INTERN

NEUE MITARBEITERINNEN

Am 1. August haben Hannah Schwaiger aus Maishofen und Tobias Hartl aus Niedernsill ihr Arbeitsverhältnis bei uns begonnen. Sie unterstützen uns tatkräftig in der Buchhaltungsabteilung und wir sind überzeugt davon, dass sie eine lange und erfolgreiche Karriere bei uns haben werden. Beide sind eine wertvolle Unterstützung in unserem Team und wir wünschen Ihnen viel Freude an ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.

BERUFLICHE WEITERBILDUNG

Ganz besonders freut es uns, dass Julia Fürweger und Wendelin Stöckl im Hebst den Universitätslehrgang an der Donauuniversität Krems für Arbeits- und Personalrecht erfolgreich abgeschlossen haben und den Titel „Master of legal studies“ erworben haben. Wir gratulieren ganz herzlich zu dieser tollen Leistung und zum erfolgreichen Abschluss des Studiums, das neben der herausfordernden Arbeit bewältigt wurde.

Wir unterstützen jährlich unsere Mitartbeiter:innen bei ihrer Aus- und Fortbildung und entsenden sie laufend zu Fortbildungsveranstaltungen. Diese Investition in die Ausbildung unserer Mitarbeiter ist das wichtigste Kapital in die Zukunft und den gesicherten Bestand unseres Unternehmens.

PENSIONIERUNG

2022 hat Heidi Stöckl den wohlverdienten Ruhestand angetreten. Sie ist 1979 in unser Unternehmen eingetreten und war nach ihrer Karenzzeit seit 1989 durchgehend in unserem Unternehmen beschäftigt.

Ebenfalls im August 2022 hat Erika Steger ihre Pension angetreten, sie ist im August 1980 in unsere Kanzlei eingetreten und feiert daher heuer ihr 42. Dienstjubiläum. Zum Glück bleibt sie uns noch einige Zeit als Teilzeitbeschäftigte erhalten und wird uns mit ihrer Erfahrung und ihrem Einsatz unterstützen.

Wir wünschen beiden für ihren neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute, viel Glück und Gesundheit und dürfen uns sehr für ihren Einsatz bedanken.

 

EDITORIAL

Werte Klientinnen und Klienten, liebe Leserinnen und Leser!

In unserer Kanzlei geht ein herausforderndes und trauriges Jahr zu Ende.

Herausgefordert sind wir alle durch die Pandemie und ihre Folgen. In unserem Unternehmen waren und sind wir sehr stark mit den wirtschaftlichen COVID-19 Unterstützungen für unsere Klienten beschäftigt. Laufende Neuerungen und Klarstellungen zu bestehenden Verordnungen, gepaart mit unsicheren Auslegungen, gehören mittlerweile zum Alltag unserer Beratungspraxis. Ganz besonders gefordert sind unsere Mitarbeiter, die neben den allgemeinen Sorgen und Unsicherheiten auch mit dieser Flut an Arbeit und den Serviceleistungen für unsere Klienten beschäftigt sind.

Das heurige Jahr war für unsere Kanzlei auch ein trauriges. So mussten wir von vier ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für immer Abschied nehmen. Mit Sophia Kolig, Stb. Leo Tribuser, Christine Moises und Walter Hofer haben wir vier langjährige, loyale und wertgeschätzte ehemalige KollegInnen verloren. Ich darf auf die Nachrufe im Inneren des Blattes verweisen.

Dennoch möchte ich Positives herausstreichen, um doch hoffnungsfroh in die Zukunft blicken zu können. Ich denke, dass wir trotz alledem den Optimismus und die Hoffnung nicht bei Seite lassen dürfen. Schon zu Beginn des Jahres waren wir positiv gestimmt über die rasche Entwicklung wirksamer Impfstoffe und die fast absolute Gewissheit, dass bei einer Vollimmunisierung ein schwerer Krankheitsverlauf vermieden werden kann. Dies, und der Umstand einer hohen Durchimpfungsrate, sollte uns Zuversicht geben, dass bei zunehmender Immunisierung der Bevölkerung und rascher medizinischer Fortschritte die extremen Auswirkungen der Pandemie in absehbarer Zeit hinter uns gebracht werden können.

Ein wesentlicher programmatischer Punkt in der heurigen Steuerlandschaft ist die Ökosoziale Steuerreform 2022, auf die wir ausführlich eingehen dürfen. Wesentlicher Bestandteil sind einerseits Tarifsenkungen in der Lohnsteuer und die beabsichtigte Senkung der Körperschaftsteuer sowie steuerlenkende Maßnahmen im Bereich von umweltfreundlichen Investitionen und Schritte in Richtung Kostenwahrheit in Bezug auf CO2-Emissionen.

Mein Dank gilt heuer ganz besonders unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit all der Umsetzung der wirtschaftlichen COVID-Hilfsmaßnahmen gefordert und beschäftigt waren und diese zusätzlichen Serviceleistungen neben der laufenden Arbeit bravourös gemeistert haben.

Ganz herzlich darf ich mich aber auch für Ihre Treue bedanken. Ich wünsche Ihnen in dieser besonderen Zeit frohe Festtage und alles erdenklich Gute für 2022.

Ihr Dr. Martin Winner

KANZLEI ZELL AM SEE

A - 5700 Zell am See
Saalfeldnerstraße 14

Tel.: +43 - 6542 - 734 24 0
Fax: +43 - 6542 - 734 24 16

KANZLEI SAALFELDEN

A - 5760 Saalfelden
Ober-Roden-Straße 2a

Tel.: +43 - 6582 - 746 11 0
Fax: +43 - 6582 - 746 11 31

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